FÜR FACHLEUTE: Kooperationen

Die Stadt Bonn organisiert die Jugendhilfe nach sozialraum– und ressourcenorientierten Grundsätzen. Maria im Walde ist in den Sozialraumteams aller Stadtteile vertreten. Wir arbeiten mit ganz unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen, um unsere Hilfen nachhaltiger zu gestalten und die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien zu verbessern. Auf diese Weise haben die Menschen eine größere Chance ihre Probleme im eigenen Umfeld aktiv anzugehen und zu lösen.

Viele Aufgaben und Probleme mit denen wir uns befassen sind so komplex,
dass wir mit anderen Einrichtungen oder Fachleuten zusammenarbeiten,
um möglichst optimale Hilfen anbieten zu können.

Psychodiagnostik und -therapie

Wir arbeiten mit unterschiedlichen niedergelassenen Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen – zum Teil schon seit vielen Jahren. Ihre Diagnosen geben uns wichtige Hinweise für die pädagogische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Therapeutische Angebote ergänzen bei Bedarf die Bemühungen der Pädagoginnen und Pädagogen. Sofern erforderlich, arbeiten wir auch eng mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und dem Früherkennungszentrum des Landschaftsverbands Rheinland zusammen. Darüber hinaus bietet das medizinische Versorgungszentrum Bonn (MEZ) Ergo- und Logotherapie an unseren Standorten an.

Kooperation mit Schulen

Neben der alltäglichen Zusammenarbeit mit den Schulen, die die bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen besuchen, haben wir zwei besonders intensive Kooperationsprojekte installiert:

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Kottenforst (BEKo): Seit 2003 arbeiten Maria im Walde und die Siebengebirgsschule (Schule für Erziehungshilfe der Stadt Bonn) in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft Kottenforst (BEKo) zusammen. Maria im Walde hat drei Außenschulklassen der Siebengebirgsschule für Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf auf dem Gelände am Gudenauer Weg. Ziel dieser Kooperation ist es, Jugendlichen, die bereits über längere Zeit den Schulbesuch und entsprechende Leistung verweigern, wieder einen Weg zum schulischen Lernen zu eröffnen. Mittlerweile kümmern sich drei Lehrer und Lehrerinnen der Johannes-Gutenberg-Schule um 18 Schülerinnen und Schüler in drei Klassen. In Einzel- und Kleingruppenunterricht, mit Lern-Projekten und viel handwerklichem Tun in Zusammenarbeit mit den Gruppenpädagogen erfahren die Jugendlichen, dass sie doch etwas schaffen können und Lernen sich lohnt. Im Mai 2007 wurden die erweiterten und umgebauten Räumlichkeiten des Schul- und Förderzentrums in Maria im Walde eingeweiht. Aus Spenden und Zuschüssen wurden neue Klassenräume, eine Lehrküche und eine Lehrwerkstatt verwirklicht.  Wie das Gartenbauprojekt erste Früchte trägt, so sind auch im Schulbetrieb erste Erfolge zu verzeichnen: Die ersten Schüler haben  die Schule mit einem Abschlusszeugnis verlassen und auch den Absprung auf eine „normale“ Regelschule haben schon Schüler geschafft.

Die Siebengebirgs- und die Johannes-Gutenberg-Schule wurden 2015 zusammengelegt und bilden nun eine Verbundschule, die nun Namensgeber unserer Kooperation ist.

Unser Kooperationsprojekt „Derletaler Erziehungshilfen“ begann mit der „Tagesgruppe im Derletal“. Sie befindet sich in einem eigenen Gebäudekomplex auf dem Schulgelände der Derletalschule, Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung in Bonn-Duisdorf. Mit diesem Kooperationsprojekt zwischen Schule und Jugendhilfe haben wir 2003 angefangen, unsere Kräfte, unser Wissen und unsere Erfahrung  aus der Jugendhilfe mit dem Potenzial der Schule zu verknüpfen. Gerade die Kinder, die besonders schwierig sind, stellen für unsere Kooperation eine Herausforderung dar und sollen davon profitieren. Im Jahr 2007 wurde dieses Projekt noch um eine Offene Ganztagsschule für Kinder mit besonderem emotionalen und sozialen Förderbedarf erweitert. Auf diese Art erreichen wir mit unserem Angebot auch Eltern und Kinder, die noch keine Hilfe über das Jugendamt benötigen oder den Weg dorthin noch nicht finden.

Kooperationen im Familienzentrum

Das Familienzentrum Maria im Walde wurde 2008 vom Land NRW mit dem Gütesiegel ausgezeichnet und fortlaufend zertifiziert. Es bildet seitdem das Herzstück unseres „Zentrums für stadtteilorientierte Hilfen“ im Haus Marienheim am Kaiser-Karl-Ring. Dort werden verschiedene  Betreuungs-, Bildungs-, und Beratungsangebote für Familien und Kinder „unter einem Dach“ lebensweltbezogen verknüpft und durchlässig gestaltet. Die Arbeit des Familienzentrums, der Ambulanten Familienhilfen sowie unserer familienintegrierenden (teil)stationären Arbeit ergänzen sich gegenseitig und greifen ineinander. Wir nutzen verstärkt die sozialräumlichen Ressourcen vor Ort und  arbeiten mit zahlreichen Kooperationspartnern der Stadt Bonn zusammen. Besonders wichtig ist es uns, Hilfsangebote für Menschen zugänglich zu machen und mit dafür zu sorgen, dass die zahlreichen und guten Angebote unseres Stadtteils auch bei den Familien ankommen. Professionelle und ehrenamtliche Arbeit werden bei uns sinnvoll miteinander verknüpft und bereichern sich gegenseitig. Wir respektieren Menschen in ihrer Verschiedenheit,  in unterschiedlichen Lebensentwürfen, Religionen und Kulturen und fördern den Austausch und Dialog.