WIR ÜBER UNS: Unsere Geschichte

„Die Waisen der Stadt Bonn werden gegen die geringe Entschädigung von 2 1/3 Talern monatlich bei armen Familien untergebracht, bei solchen Familien, welche in der Regel selbst Not und Mangel haben. Dringend notwendig ist daher die Einrichtung eines Waisenhauses.“

20160923-dsc02555

Karl Freiherr von Boeselager

Mit diesen Worten beantragten Karl Freiherr von Boeselager und Franz-Egon Graf von Fürstenberg die Genehmigung zur Errichtung einer Stiftung. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. stimmte zu.1847 wird die Stiftung gegründet, deren Kuratorium sich aus Mitgliedern der Familien Fürstenberg und Boeselager, dem jeweiligen Pfarrer von St. Martin und gewählten katholischen Bürgern von Bonn zusammensetzt. Die Stiftung wird unter die Aufsicht des Erzbischofs von Köln gestellt. Mit dem Orden der Schwestern vom armen Kinde Jesu aus Aachen wird ein Betreuungs- und Gestellungsvertrag abgeschlossen. Die Ordensschwestern betreuen Kinder und Jugendliche in einem Haus hinter dem Bonner Münster in der Gangolfstraße.

20160923-dsc02558

Franz Egon von Fürstenberg

  • Im November 1848 wird das Waisenhaus mit zwölf Mädchen eröffnet.
  • Bereits 1854 betreuen 36 Schwestern 219 Jungen und 119 Mädchen.
  • 1877 macht das Waisenhaus eine schwere Krise durch. Die Schwestern müssen ihre Tätigkeit im Waisenhaus auf Anordnung des preußischen Staates aufgeben. Doch einige Jahre danach holt das Kuratorium die Schwestern zurück.
  • 1907 muss das Haus in der Gangolfstraße aufgegeben werden, weil die Straßenführung geändert wird. In der Weststraße wird nahe dem alten Friedhof ein neues Haus gebaut, das noch heute als Obdachlosenhaus der Stadt Bonn existiert. Das Heim nimmt wieder Jungen und Mädchen auf. Ein Kindergarten kommt dazu, ebenso eine Ausbildungsstätte für Erzieher in Waisenhäusern.

    Schwere Zeiten im Nationalsozialismus

  • 1933 brechen schwere Zeiten für die Einrichtung an. Die Nationalsozialisten entziehen den Schwestern weitgehend die Kinder- und Jugendarbeit. Sie dürfen nur noch schwach begabte oder schwer erziehbare Kinder betreuen, die für das Dritte Reich nicht interessant sind. Schwestern und Kinder werden evakuiert.

  • 1946 kehren die Kinder zurück. Das Waisenhaus wird repariert und für die 100-Jahr-Feier 1948 hergerichtet. Es leben 79 Kleinkinder, 44 Schulmädchen, 27 Schuljungen und 20 so genannte Haushaltskinder im Haus – insgesamt 170 Kinder.

  • Um 1958 stellt das Kuratorium fest, dass die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt, direkt an der stark befahrenen Bahnlinie Bonn-Köln, nicht mehr ausreichen. Es beschließt, einen Neubau auf dem Venusberg zu errichten. Der zuständige Bundestagsabgeordnete Konrad Adenauer und der zuständige Landtagsabgeordnete Hermann von Boeselager setzen sich dafür ein, dass das Projekt am Rande der Stadt im Kottenforst genehmigt und finanziert wird.

    Neues Zuhause auf dem Venusberg

  • 1960 wird die Anlage gebaut und im Oktober 1963 feierlich eingeweiht. Das Kuratorium beschließt, den Namen Waisenhaus durch ‚Kinderheim Maria im Walde‘ zu ersetzen.
  • Im März 1982 kündigen die Schwestern den Gestellungsvertrag. Der Orden muss die Arbeit in Maria im Walde aufgrund mangelnden Nachwuchses aufgeben. Das Kuratorium setzt eine weltliche Leitung ein.
  • Von 1988 bis 2000 wird schrittweise die ganze Anlage umgebaut und modernisiert. Die räumliche Umgestaltung basiert auf einem inhaltlichen Konzept, das sich auf eine zielgerichtete pädagogische Arbeit konzentriert. Dr. Walter Stienen entwickelt für Maria im Walde das „Konzept der Erziehungsplanung“, das Herzstück unserer Arbeit.

Mittlerweile ist „Maria im Walde“ ein differenziertes Verbundsystem von erzieherischen Hilfen. Die Palette reicht von Ambulanten Familienhilfen bis hin zu speziellen Inensivgruppen.
Dies schlägt sich auch in der Namensänderung nieder. Heute heißen wir:
Maria im Walde
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
(vormals Kath. Waisenhaus zu Bonn)

Diesen Zusatz haben wir gewählt, um Menschen die zu Waisenhauszeiten in Maria im Walde gelebt haben, die Suche nach ihren Wurzeln zu erleichtern. Das Kuratorium setzt sich heute noch nach den gleichen Regeln zusammen wie vor 160 Jahren: Vertreter der Stifterfamilien von Fürstenberg und von Boeselager, der Pfarrer der Münster-Pfarrei und sechs weitere gewählte Mitglieder. Es beaufsichtigt und sichert die Entwicklung der Stiftung und der Einrichtung. Die Mitglieder des Kuratoriums unterstützen und stärken die hauptamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle zusammen gestalten ein solides Personal-, Kosten- und Qualitätsmanagement, um für kommende Zeiten und Probleme gerüstet zu sein.

Maria im Walde ist ein privater freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe, kooperatives Mitglied des Diözesan-Caritasverbandes in Köln und hat einen festen Platz in der Bonner Jugendhilfelandschaft. Mitte 2014 hat das Kuratorium der  Stiftung eine Betriebsgesellschaft ausgegründet, die „Maria im Walde gGmbH, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“. Die Betriebsgesellschaft führt die satzungsgemäßen Geschäfte der Stiftung seit dem 01.01.2015 weiter. An ihrer Spitze stehen 2 Geschäftsführer.